Wir kennen das alle: Etwas ist in unserem Leben geschehen, was wir gerne anders gehabt haben würden: Eine Trennungen, eine Kündigung oder eine Krankheit. Im Folgenden haben wir unterschiedliche Gefühle, wir sind beispielsweise traurig, wütend oder enttäuscht. Und wir jammern und leiden. Ist es das Gleiche für dich?

In meiner Arbeit als Beziehungspsychologe war diese Differenzierung unglaublich wichtig und für viele meiner Klienten – ob für Frauen oder für Männer im Trennungsprozess die Voraussetzung für Veränderungen zum Positiven.

Den Unterschied zwischen dem Fühlen und dem Leiden/Jammern zu kennen hilft dir unter anderem dabei:

  • Weniger zu leiden und zu jammern
  • Schmerzhafte Phasen, wie eine Trennung, schneller zu überwinden und zu verarbeiten
  • Psychisch bedingte körperliche Erkrankungen zu vermeiden
  • Glücklicher und befreiter zu leben.

Der Unterschied zwischen Leiden und Fühlen

Was ist nun die Differenzierung zwischen Fühlen und Leiden? Den Unterschied zu kennen, kann dir helfen deinen aktuellen Zustand zu erkennen und im Folgenden zu verändern.

Fühlen …

  • findet in der Gegenwart statt, wir können nicht gestern oder morgen fühlen, sondern ausschließlich im Jetzt,
  • hat stets eine körperliche Komponente,
  • beginnt mit einem Gefühl und wir bleiben dann im Gefühl und lassen es wie durch uns durchfließen,
  • bringt uns im Heilungsprozess wesentlich weiter.
  • bedeutet, dass wir etwas loslassen, es erleichtert uns.

Leiden …

  • hat einen Vergangenheits- oder Zukunftsbezug, da es aufgrund einer Bewertung entsteht,
  • findet im Verstand statt,
  • beginnt häufig mit einem Gefühl, welchem wir dann aber ausweichen, indem wir in den Verstand wechseln.
  • bringt uns im Heilungsprozess nicht weiter, wir bleiben im Drama,
  • strengt uns an und erschöpft uns.

Wie du den Unterschied von Leiden und Fühlen erkennst

Trauer nach Trennung In meiner Arbeit hat sich die Differenzierung vielfach bewährt. Wie geht es dir damit? Leidest oder fühlst du eher? In welchem Zustand du dich befindest, erkennst du am besten daran: Je mehr dein Verstand aktiv ist und je weniger sich an deinem Zustand und Befinden verändert, desto wahrscheinlicher wirst du im Leiden stecken. Das Blöde daran ist, es verstärkt sich meist noch selbst: Denn wir leiden, dass wir leiden.

Beim Fühlen liegt der Fokus mehr auf dem Fühlen und weniger auf dem Denken. Wenn du die Tränen zulässt, deinen Schmerz in deiner Brust spürst, die Wut rausschreist oder auf den Boden stampfst, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit im Gefühl. Und du wirst dich danach besser fühlen, kurz- und langfristig.

Wenn du merkst, dass du im Zustand des Leidens feststeckst, beziehe demnach deine Gefühle und deinen Körper mit ein. Lerne die Gefühle zuzulassen. Wie du leichter ins Fühlen kommst erfährt du in diesem Artikel von mir auf FOCUS Online.

Selbstverantwortung für unsere Gefühle übernehmen

Wenn es uns gelingt, mehr Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen, dann werden wir seltener im Jammer- und Leidensmodus stecken. In meinem TED-Talk (Video) erfährst du, wie dir diese Verantwortungsübernahme gelingen kann.

Zusammengefasst kann man sagen: Fühlen befreit uns Stück für Stück von unseren Schmerzen, von unserer Vergangenheit. Im Leiden können wir jedoch ewig stecken bleiben, ohne dass sich wirklich etwas verändert. Das Gute ist, wir haben die Wahl, ob wir mehr Fühlen oder Leiden möchten; indem wir unsere Gefühle da sein lassen oder indem wir sie verdrängen und damit dem Verstand die Kontrolle übergeben. So hast du einen großen Einfluss darauf, wie du die Trauer wirklich verarbeitest.

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