Wer kennt das nicht, wir machen unserem Partner eine Freude oder ein Kompliment und – aus uns unergründlichen Gründen – kommt dieses beim anderen nicht richtig an. Jetzt haben wir uns besonders Mühe gegeben und es scheint oft, dass diese umsonst war. Wie kann das sein, dass liebevoll gedachten Botschaften oder Verhaltensweisen bei unserem Partner nicht ankommen? Das Modell Die 5 Sprachen der Liebe gibt darauf eine Antwort. Ich stelle in diesem Beitrag die fünf unterschiedlichen Sprachen vor. Am Ende unterstütze ich dich dabei, dass du herausfindest, welches deine eigene Sprache ist. Und die deines Partners.

Die 5 Sprachen der Liebe – ein Buch von Gary Chapman

Die fünf Sprachen der Liebe ist ein Begriff aus der Paartherapie und der gleichnamige Titel eines Bestsellers im Bereich der Beziehungsratgeber für Paare. In meiner Praxis arbeite ich auch mit den Paaren, welche ich begleite, häufig mit diesem Kommunikationsmodell. Geprägt hat den Begriff der amerikanische Paarberater Gary Chapman, er ist auch Autor des Buchs. Er benennte damit 5 verschiedene Beziehungssprachen, die Menschen in Partnerschaften sprechen. Wenn wir die Unterschiede der 5 Sprachen kennen sowie über unsere eigene und der unseres Partner Bescheid wissen, können viele Missverständnisse und Konflikte vermieden werden. Verständnis füreinander und mehr Nähe werden möglich!

Was hat mit dem Liebestank auf sich hat

Im Wesentlichen geht es darum, wann wir uns von unserem Partner geliebt fühlen. Das ist eben nicht universell gleich. Wie bei einem Auto: Es gibt Fahrzeuge, die fahren mit Diesel, Benzin, Erdgas oder Strom. Wenn wir Diesel in ein Dieselfahrzeug füllen, läuft es rund. Betanken wir diesen jedoch mit Benzin, wird das Auto nicht weit kommen – obwohl das Benzin an sich einwandfrei ist. So ist es bei uns Menschen in Liebesbeziehungen auch: Der eine mag in seinem Liebestank am liebsten Komplimente und Anerkennung, ein anderer kann damit weniger anfangen. Sein Liebestreibstoff ist beispielsweise Zärtlichkeit …

Gary Chapman hat für diese Unterschiede die 5 Sprachen der Liebe entwickelt. Blicken wir auf die 5 unterschiedlichen Sprachen:

Sprache 1: Lob und Anerkennung

Menschen dieser Liebessprache machen sehr gerne Komplimente – und hören gerne welche. Ihr Liebestank füllt sich mit wertschätzenden, anerkennenden und lieben Worten. Das Lob sollte dabei ehrlich und authentisch sein – und keine Floskel. Männer und Frauen mit diesem Liebestank erkennen recht gut, wann ein Kompliment ernst gemeint ist oder eben nicht. Dabei müssen es nicht immer große Worte sein. Auch ein kleiner, beiläufig geäußerter Satz über die nette Ausstrahlung heute oder die schönen Schuhe sind Balsam auf der Seele dieser Menschen.

Sprache 2: Zweisamkeit

Die zweite Gruppe wünscht sich viel Zeit mit dem Partner. Dabei ist es nicht ausreichend, wenn beide irgendwie im Garten herumwerkeln oder gemeinsam für den Urlaub packen. Es geht um die gemeinsame Qualitätszeit. Vor allem, wenn der deren Partner ihnen die ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, füllt sich deren Liebestank. Auch hier gilt: Besser häufigere und kürzere Qualitätszeiten, als einmal im Monat für zwei Stunden. Seinem Partner drei Minuten präsent zuzuhören, reicht oft schon aus!

Sprache 3: Geschenke und Aufmerksamkeiten

Die nächste Sprache der Liebe hat mit Geschenken und kleinen Aufmerksamkeiten zu tun, die der Partner extra für einen macht und die von Herzen kommen sollen. Einerseits kann der Partner eines Menschen mit diesem Liebestank diesen recht einfach füllen. Andererseits braucht er auch immer wieder ein wenig Kreativität! Denn jedes Mal die gleiche Tafel Schokolade mitzubringen, erreicht das Herz dieser Menschen nicht. Es geht um Dinge, die bei denen sie merken: »Mein Partner hat sich Gedanken gemacht und keine Mühe gescheut, es kommt wirklich von Herzen.« Es geht demnach mehr um den Aufwand und Einsatz und weniger um den finanziellen oder materiellen Wert des Geschenkes.

Wenn du als Partner keine Ahnung hast, was das für Dinge sein könnten, frage am besten Freunde, Familienangehörige oder Kollegen, über was sich dein Schatz erfreuen kann.


Sprache 4: Hilfsbereitschaft

Die vierte Sprache der Liebe ist die der Hilfsbereitschaft. Hier gehts es um kleine und große Unterstützungen z.B. im Haushalt oder bei einer Bewerbung, um kleine Erledigungen und Gesten. Wichtig ist es dabei, dass die Hilfsbereitschaft von alleine kommt – ohne Aufforderung oder Wunsch. Besonders voll wird der Tank, wenn die Menschen mit dieser Sprache der Liebe sehen, dass der Partner mitdenkt und extra für ihn diese eine Sache macht.

Sprache 5: Körperkontakt

Bei der letzten Sprache der Liebe wird es körperlich: Berührungen, kleine Streicheleinheiten, Sexualität, kurze Nackenmassagen, ein zärtliches Streicheln im Vorbeigehen … all diese Berührungen sind seelischer Balsam für die Menschen der Sprache »Körperkontakt«. Wenn sie dies spüren, dann ist es der Beweis für sie, dass sie geliebt werden – ihr Tank füllt sich.

Als Partner gilt es herauszufinden, in welcher Art die Körperberührungen angenehm sind. Das unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Für den einen ist eine Umarmung dann am schönsten, wenn sie innig und fest ist, ein anderer bevorzugt es lieber weicher und weniger eng.

Den Liebestank füllen

Wie beim Auto ist es nicht wichtig, dass der Liebestank zu jeder Sekunde bis zum Rand gefüllt ist, das wird in keiner Partnerschaft vorkommen. Doch genauso wichtig ist es, dass er immer wieder mit kleinen oder großen Einheiten gefüllt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Verantwortung für die Lebenszufriedenheit des Partners trägt! All diese Liebesbeweise sollten nur die Sahnehaube eines zufriedenen Lebens sein!

Der Nutzen dieser »Tankfüllungen« zeigen auch Studien: Je häufiger Paare von sich aus und ohne die Erwartung einer direkten Gegenleistung, etwas in den Liebestank des anderen füllen, desto weniger Konflikte gibt es in der Beziehung und desto seltener trennt sich das Paar. Es lohnt sich also die Sprache der Liebe des Partners zu kennen und aus Freude und Liebe immer wieder etwas Kleines in dessen Tank zu füllen.

Test: Welche Sprache der Liebe sprichst du selbst

Weißt du schon, welcher Sprache der Liebe du sprichst? Meist gibt es eine, die wir bevorzugen. Was sagt dir dein Bauchgefühl, welches es bei dir ist? Willst du sicher gehen, dann helfen dir diese Tipps weiter, deine Sprache der Liebe herauszufinden:

  • Worum bittest du deinen Partner am häufigsten? Zu welcher Sprache gehören diese Wünsche?
  • Wie sieht der perfekte Abend für dich mit deinem Schatz aus? Was macht ihr, was macht dein Partner?
  • Wann bist du enttäuscht, traurig oder verletzt? Was muss dein Partner machen oder nicht machen, dass du so reagierst?
  • Wie war es bei dir zuhause mit Mama und Papa? Wie haben sie dir ihre Liebe gezeigt? Häufig erlernen wir in jungen Jahren schon unsere persönliche Sprache der Liebe und diese bleibt ein Leben lange.

Ist dir deine Sprache der Liebe nun klarer? Weiß dein Partner, deine Partnerin von deiner Präferenz, deinem bevorzugten Liebeskraftstoff? Wenn nein, tauscht euch doch einmal in Ruhe darüber aus … Viel Freude dabei!

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