Manche Menschen sind nach einer Trennung bereits nach ein paar Wochen über die Beziehung hinweg und haben sich vielleicht schon in jemand neuen verliebt. Andere sind über den Ex-Partner auch nach Monaten oder Jahren noch nicht hinweggekommen – gedanklich oder emotional. Warum ist das so? In diesem Beitrag möchte ich mögliche Gründe und Erklärung aufzeigen, warum der Zeitraum der Trennungsverarbeitung so unterschiedlich lange sein kann.

Dies ist Teil 2 des Artikels. > Hier geht es zu Teil 1.

4) Gesundes Verhältnis zwischen Ablenken und Fühlen

Einerseits ist es hilfreich, sich während einem Trennungsprozess abzulenken: Wir können dabei auf andere Gedanken kommen, positive und heilende Erfahrungen sammeln und für Minuten oder Stunden aus dem Gefühlstief herauskommen. Das ist gut und hilfreich. Doch sich langfristig nur abzulenken, verlängert die Trennungsverarbeitung!

Denn die Trauer um den Verlust des Ex-Partners, die Wut oder Enttäuschung ihm gegenüber oder die Hilflosigkeit, dem Ganzen völlig ausgeliefert zu sein sollten auch einen Raum und Zeit bekommen. Es ist so wichtig all diese Gefühle zu erleben und zu fühlen. Ansonsten bleiben diese in uns und verhindern das Loslassen. Dazu habe ich einen eigenen Blogbeitrag geschrieben: Warum wir den »Kampf« gegen unsere Gefühle nie gewinnen werden, außer…

Daher werden Menschen, die sich nur auf Ablenkungen wie Arbeit, Alkohol, TV, neuer Partner… konzentrieren, länger mit der Verarbeitung der Trennung konfrontiert sein, als Menschen, die neben Ablenkung auch ihre Gefühle fühlen!

5) Soziale Kontakte und Einbindung

Menschen, die ein großes soziales Netz haben (Familie, Freunden oder Kollegen) fallen nach einer Trennung weicher. Sie können sich mit diesen Menschen austauschen, bei ihnen weinen und im besten Fall Fürsorge und Nähe erleben. Eine unbezahlbare Ressource in einer solchen schweren Zeit! Der Austausch mit anderen Menschen ist Heilung!


6) Der eigene Selbstwert

Menschen mit einem hohem Selbstwert, können eine Trennung in der Regel leichter und schneller verarbeiten. Wenn ich weiß und spüren, dass mein Wert als Mensch unabhängig von der Zuneigung des Ex-Partner ist, brauche ich diesen weniger für die Stabilisierung meines Selbstwerts. Ein hoher Selbstwert führt darüber hinaus zu dem Glauben, irgendwann in der Zukunft wieder einen tollen Partner zu finden und selbst begehrenswert und attraktiv zu sein. Glaube ich hingegen, dass dies der einzige passende Partner ist (was in einer akuten Trennungsphase völlig normal ist), ich nie mehr jemand anderes kennenlernen werde oder sich niemand mehr in mich verlieben wird, werde ich meist länger mit der Trennungsverarbeitung beschäftigt sein.

Auch die soziale und emotionale Unabhängigkeit bzw. Abhängigkeit von meinem Partner hat einen Einfluss auf die Verarbeitungsdauer. Je unabhängiger meine eigene Lebenszufriedenheit von einer Partnerschaft ist, desto leichter werde ich den Trennungsschmerz überwinden. Ist jedoch mein gesamtes Leben auf den Partner fokussiert und habe ich diesem die Verantwortung für mein Glück übertragen, wird das zu einer längeren Verarbeitung führen. Denn plötzlich ist der »Glückslieferant« nicht mehr da.

Soweit ein kleiner Überblick der Gründe, welche ich in meiner Praxis erfahren habe. Ich wünsche dir viel Kraft beim Loslassen deiner ehemaligen Partnerschaft.


Dies ist Teil 2 des Artikels. > In Teil 1 erfährst du weitere Gründe für die unterschiedlichen Dauer der Trennungsverarbeitung.


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Literaturempfehlungen

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