Wie viele Menschen lassen sich in Ihrem Leben eigentlich auf einen Seitensprung ein? Sind das 10, 30 oder 80 Prozent? Und gibt es Unterschiede in der Wahrscheinlichkeit zwischen Mann und Frau? Dieser Beitrag möchte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Die darin verwendeten Daten kommen aus verschiedenen Studien aus Europa und den USA.

In europäischen Ländern liegt die gesellschaftliche Erwartung an eine monogame Partnerschaft laut Befragungen zwischen 60% und 100%. Auch eine Umfrage des Instituts Allensbach zeigt ein ähnliches Bild: Danach nannten rund 70% der Befragten, dass Treue die wichtigste Eigenschaft eines idealen Partners sei.

Wie häufig Menschen in ihrem Leben fremdgehen

Obwohl für eine überwiegende Mehrheit der Menschen partnerschaftliche Treue sehr wichtig ist, zeigen verschiedene Studien, dass trotzdem viele Menschen fremdgehen. Dabei variiert die Häufigkeit nach Land und Studie: Die jährlich durchgeführte repräsentative Umfrage General Social Survey aus den USA berichtet, dass 15-25% der Frauen und 25-50% der Männer bereits eine außerpartnerschaftliche Beziehung in ihrem Leben eingegangen sind. 1-5% der Frauen und 4-12% Männer gaben studienübergreifend an, dass sie sich im letzten Jahr auf eine Außenbeziehung eingelassen haben. Bezogen auf das gesamte Leben lag die Wahrscheinlichkeit bei Frauen zwischen 11 und 16% und bei Männern zwischen 21 und 25%. In einer Studie geschiedener Personen gaben 44% der Frauen und 40% der Männer an, mehr als einen außerehelichen Sexualkontakt während der eigenen Ehe gehabt zu haben. Studien in europäischen Ländern zeigen ein etwas höheres Auftreten von Seitensprüngen: Dabei berichteten 4-13% der Frauen und 13-23% der Männer im letzten Jahr von einer Außenbeziehung. Für ihre aktuelle Beziehung gaben 10-24% der Frauen und 16-38% der Männer ein solches Verhalten an. Auch in Deutschland wird die Wahrscheinlichkeit zwischen 28% und 50% angegeben.

Zusammengefasst geben demnach etwa 15-50% der Befragten an, in ihrem Leben mindestens eine sexuelle Außenbeziehung gehabt zu haben. Es scheint demnach eine große Kluft zwischen dem Wunsch nach Verlässlichkeit, Treue und einer monogamen Beziehung und dem Bedürfnis nach Freiheit, Abwechslung und sexuellem Abenteuer zu geben.

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Wie aussagekräftig solche Studien sind

Die genannten Studien sind dabei nur bedingt repräsentativ. Teilweise, weil deren Teilnahme freiwillig war oder nur bestimmte Bevölkerungsgruppen befragt wurden. Am Beispiel einer Studie von Whisman und Snyder, welche nachgewiesen haben, dass die Prävalenzraten (Häufigkeit) von Außenbeziehungen in anonymen Selbstbeurteilungen höher ausfallen als in Interviews, wird auch deutlich, dass die Zahlen nur bedingt aussagekräftig sind. Manche Wissenschaftlicher bezweifeln sogar die Aussagekraft solcher Umfragen und Studien, vor allem, wenn die Befragung telefonisch erfolgt. Die genauen Häufigkeiten von Seitensprüngen sind demnach mit Vorsicht zu interpretieren, eine Tendenz zeigt sich dennoch.

Wie oft ein Seitensprung auffliegt

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Seitensprung auffliegt liegt bei rund 60%; wobei diese bei Frauen mit 58% im Vergleich zu Männern mit 63% seltener ans Licht gelangen. Dabei kommen 46% der betrogenen Frauen und 44% der betrogenen Männer dem Partner selbst auf die Schliche, rund 25% der Frauen bzw. 33% der Männer erfahren von dem Seitensprung direkt durch den Partner. Durch Zufall kommen rund 20% der Seitensprünge ans Licht.

Warum viele Menschen trotz einer Ehe oder festen Partnerschaft fremdgehen, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

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Quellen der Studien

  • Atkins, D. C. & Kessel, D. E. (2008). Religiousness and infidelity: Attendance, but not faith and prayer, predict marital fidelity. Journal of Marriage and Family, 70, 407–418.
  • Institut für Demoskopie Allensbach (2005). Familienanalyse 2005.
  • Janus, S. & Janus, C. (1993). The Janus report on sexual behavior. Oxford, England: Wiley.
  • Kröger, C. (2010). Sexuelle Außenkontakte und -beziehungen in heterosexuellen Partnerschaften. Ein Überblick über die Auftretenshäufigkeit, assoziierte Merkmale und Auswirkungen auf die Partner und Partnerschaft. Psychologische Rundschau, 61, 123-143.
  • Schmidt, G., Matthiesen, S., Dekker, A. & Starke, K. (2006). Spätmoderne Beziehungswelten. Report über Partnerschaft und Sexualität in drei Generationen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Træen, B., Holmen, K. & Stigum, H. (2007). Extradyadic sexual relationships in Norway. Archives of Sexual Behavior, 36
  • Whisman, M. A. & Snyder, D. K. (2007). Sexual infidelity in a national survey of American women: Differences in Prevalence and Correlates as a function of method assessment. Journal of Family Psychology, 2, 147–154.

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