Der Beitrag soll helfen den Umgang von Männern mit Emotionen besser zu verstehen. Warum haben es Männer im Vergleich zu Frauen im Schnitt schwererer Emotionen, vor allem die sogenannten »schwachen« wie Trauer, Schwäche oder auch Sensibilität zu zeigen? Woher kommt das? Warum unterscheidet dies sich so grundlegend von Frauen? Es geht also darum ein Verständnis für den unterschiedlichen Umgang mit Emotionen zu wecken; und dies ganz ohne Wertung, dass das eine oder anderer besser oder schlechter ist! Und wichtig: Es gibt keine männlichen oder weiblichen Emotionen, alle sind menschliche Emotionen. Nur in der Zuschreibung zu einem Geschelcht unterscheiden sich diese eben häufig.

Die Angst, die Männlichkeit zu verlieren

Wie sollte ein »normaler« Mann auftreten? Selbstsicher, kontrolliert und stark; oder eher emotional, schwach und weinerlich? Ich denke, die meisten werden einem Mann die ersten Attribute zuschreiben und auch erwarten, dass er sich grundsätzlich so verhält. Es gibt also keine breite gesellschaftliche Akzeptanz, wenn Männer sogenannte »schwache« Emotionen zeigen – weder von anderen Männern, noch von Frauen! Eine Ausnahme gibt es, doch dazu später mehr! Kein Mann auf der Welt will als Weichei gelten und so trainiert er sich – bereits ab der Kindheit – über Jahre nach und nach diese Emotionen ab, versucht sie zu unterdrücken, geheim zuhalten und zu bekämpfen.

Denn solche Emotionen öffentlich zu zeigen, würden bedeuten, eine vermeintliche Schwäche zu zeigen und die eigene Männlichkeit (teils) zu verlieren! Schon vor der Pubertät beginnt der ganze Prozess. Vor seinen Freunden als Weichei dazustehen ist für Jungs einer der schlimmsten Bewertungen und sie tun fast alles dafür, nicht in diese Kategorie zu fallen. Und das ändert sich meist auch nicht, wenn sie erwachsen sind!

Ein Indianer kennt keinen Schmerz!

Der Satz »ein Indianer kennt keinen Schmerz« Dieses Sprichwort verdeutlich, dass schon kleine Jungs lernen sollen ihre schwache Seite zu verbergen! Ob Mama, Papa, Freunde oder Erziehungsberechtigte: viele tragen dazu bei, indem sie Jungs schon sehr früh spiegeln: sei stark bzw. zeige zumindest, dass du stark bist. Mädchen wird dagegen mehr gestattet ihre »schwachen« Emotionen zu zeigen und auszuleben. Darüber hinaus spielt das gleichgeschlechtliche Vorbild eine wichtige Rolle: Eine Tochter kann sich mit ihrer Mutter vielfältig über Emotionen unterhalten und von ihr als Vorbild lernen! Söhne haben mit ihrem Vater, in den meisten Fälle dagegen, ein gleichgeschlechtliches Vorbild, welchem nur eine bestimmte emotionale Bandbreite zur Verfügung steht!

Ein Beispiel, wie Frauen und Männer in der gleichen Situation unterschiedlich Emotionen zeigen: Mehrere Bekannte haben sich zum Essen verabredet. Eine Frau wird von Ihrem Freund angerufen, verlässt kurz das Zimmer und es kommt zu einem Streit am Telefon. Kurze Zeit später kommt sie sichtbar unter Tränen zurück ins Zimmer. Eine halbe Stunden später, eine ähnliche Situation: Jetzt wird ein Mann von seiner Partnerin angerufen und es kommt ebenfalls zum Streit. Anschließend kommt er zurück zur Gesellschaft. Auch wenn er innerlich traurig ist, wird er versuchen diese Emotionen vor den anderen zu unterdrücken.

Der erwachsenen Mann soll immer noch Indianer sein, mit einer Ausnahme

Dagegen können Emotionen – glücklicherweise – im Zusammenhang mit Sport gezeigt und ausgelebt werden. Als Zuschauer und Spieler. Hier ist es in Ordnung »schwache« Emotionen zu zeigen: Neben Wut, Ärger oder Bewunderung darf ein Mann auch Tränen zeigen! Sowohl aus Freude als auch aus Trauer. Weinen ist auch noch aus Rührung »erlaubt«, zum Beispiel bei einer Ehrung zur 20. jährigen Firmenangehörigkeit.

Warum schreibe ich diesen Beitrag eigentlich?

Die ganze Thematik hat Auswirkungen auf Paarbeziehungen: Eine Frau mit dem ganze Repertoire an Emotionen und Gefühlen trifft häufig auf einen Mann, der sich in diesem Feld nicht richtig Zuhause fühlt. Und das führt häufig zu Konflikten!

Frauen fällt es oft schwer nachzuvollziehen, warum ihr Partner Schwierigkeiten hat, sich richtig zu öffnen, seine Gefühle zu zeigen oder ihr zu sagen »Ich liebe dich«. In emotionalen Themen fühlt er sich dagegen häufig der Partnerin unterlegen, da er viele seiner Emotionen nicht richtig benennen kann, er durch jahrelanges Abtrainieren schlicht nicht so schnell und einfach darauf zurückgreifen kann und so »schwache« Emotionen zu etwas eher befremdlichen wurden, die keinen Platz in seinem Leben haben sollen und dürfen. So weichen Männer dieser Thematik häufig aus und Konfliktpotential entsteht.

Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Thematik tief verwurzelt und daher ist es schwer eine schnelle »Lösung« zu finden. Auf der individuellen Ebene gibt es jedoch viele Möglichkeiten, einen besseren Zugang zu seinen Emotionen zu erlangen – das würde jedoch den Beitrag sprengen und vielleicht schreibe ich in Zukunft mal darüber!

Männer verstehen für Dummies

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3 Kommentare von anderen Leserinnen und Lesern

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  1. emilie s.

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