Was hat eine Edel-Nutte über Männer, Sex, Liebe und Beziehungen gelernt? Sunshine, eine ehemalige Edel-Prostituierte lässt hinter die Kulissen der Sex-Industrie blicken und teilt mit uns die Erfahrungen, welche sie in ihrem Job machte.

Erfahre in dem exklusiven Interview unter anderem, warum die meisten Männer eigentlich zu ihr gekommen sind (was nicht der Sex war), oder warum die meisten Männer trotz Ruhm und Reichtum arm an Lebensfreude und innerer Zufriedenheit waren – und was es damit zu tun hat, zu einer Prostituierte zu gehen

Exklusiv-Interview mit einer ehemaligen Edel-Nutte

Prostituierte

Sunshine, so wie sie sich nannte, arbeitetet einige Jahre als Edel-Prostituierte. Zu ihr kam die Highsociety: Berühmte TV-Stars, Schauspieler oder Sportler, reiche Unternehmer und Geschäftsführer oder bekannte Politiker.

Sunshine erzählt mir, dass es unterschiedliche Typen als Prostituierte gibt. Nutten, zu welchen Männer kommen, um schnell Sex zu haben, Nutten, zu welchen Männern mit bestimmten Fetischen gingen oder der Typ »Girlfriend«, wie Sunshine eine war. Es geht nicht nur um Sex, sondern mehr …

Was sie spannendes, skurriles und erschütterndes in ihrem Job erlebte, erfährst du in diesem Beitrag.


Welche Männer sind zu dir gekommen?

Zu mir kamen vor allem reiche und berühmte Männer, die sogenannten Gewinner einer Gesellschaft. Meist waren sie um Mitte 40 Jahre, viele verheiratet und Väter, teils jedoch auch in Scheidung und Singles.

»Fast alle Männer waren innerlich einfach nur einsam.«

Nach Außen hin waren es die Gewinnertypen, die vermeintlich reich, berühmt und glücklich waren. Wobei das ausnahmslos nur nach Außen so schien, es war so viel Fake dabei. Ich lernte diese Männer so kennen, wie sie wirklich waren. Denn bei mir mussten sie keine Rolle spielen und keine Anforderungen erfüllen, sie konnte sich so zeigen, wie es ihnen wirklich ging. Viele nahmen Drogen, waren depressiv und fast alle waren unfassbar einsam und alleine und emotional wie »abgefucked«.

Die Männer waren natürlich alle bemüht darin, das Bild eines glücklichen und erfolgreichen Gewinners abzugeben. Doch gut ging es den meisten nicht.


Zu einer Prostituierten geht man ja, um Sex zu haben. War das alles, was die Männer von dir wollten?

Nein, um Sex ging es gar nicht primär. Natürlich habe ich mit den meisten Männern geschlafen. Doch der Großteil der Zeit, in welcher ich die Männer sah, stand der Sex nicht im Mittelpunkt. Mit 10 Prozent der Männer hatte ich auch gar kein Sex.

Ich hatte den Eindruck, dass sie vor allem eine gute Zeit haben wollten. Sie wollten sich mit jemand verbunden fühlen, wollten verstanden werden und für einige Momente die Schatten der Einsamkeit vergessen und sich einfach gut fühlten. Dass das vor allem eine Ablenkung vor dem tiefen inneren Schmerz war, war ihnen jedoch nicht bewusst. Es war der beste Weg, den sie gehen konnten.

»Ich war oft die wichtigste und einzige Vertrauensperson.«

Sex war vor allem dann wichtig, wenn sie in ihren Beziehungen oder Ehen oft seit Jahren keinen Sex mehr hatten. Zudem diente er dem Stressabbau und gab ihnen ein gutes Gefühl: Indem sie Sex mit einer jungen, attraktiven Frau hatten, konnten sie sich selbst jünger und begehrenswerter fühlen.

Ich war oft der Mensch, der ihnen am nächsten stand, was mich anfangs wirklich erstaunte. Diese berühmten, charmanten und intelligenten Männer hatte oft keine richtigen guten Freunde, die Beziehungen oder Ehen waren meist kaputt und so war ich ihre Vertrauensperson Nummer 1. Sie konnten sich mir öffnen und machten das. Ich erfuhr so viel Intimes und Privates.

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Was haben die Männer über Ihre Frauen und Kinder erzählt?

Sie haben mir ihr Leid und ihr Kummer erzählt. Eigentlich alle meinte, dass sich ihre Frauen nur bei ihnen beschwerten und nicht anerkennen, was sie alles leisten und wie sie täglich das Beste im Job gaben, damit es der Familie an nichts mangelt.

»Manche Männer kamen extra 4 Stunden angeflogen, um mich zu sehen.«

Prostituierte Interview

Ihnen allen fehlte die Dankbarkeit ihrer Partnerinnen, und dass sie sich gesehen fühlen. Die Männer meinten, dass die Frauen 100 Prozent der Schuld der Beziehungs- und Ehekrise ihnen – also den Männern – anlasteten. Doch der Witz daran ist, dass die Männer ja ebenfalls 100 Prozent der Verantwortung an ihrer Partnerinnen abgaben.

So dachten beide, dass sich der andere verändern müsste und erkannten nicht, dass Veränderung immer bei einem selbst beginnt und immer beide ihren Anteil an den Schwierigkeiten in der Beziehung haben.

Doch die Männer verachteten ihre Frauen nicht, sie liebten sie auf ihre Art und Weise und wäre so glücklich gewesen, wenn die Beziehung wieder die Leichtigkeit vom Beginn hätte und sie zusammen Freude und Spaß hätten.

Die meisten Väter berichteten mir auch voller Stolz von ihren Kindern und zeigten mir Bilder. Doch viele litten auch unter der Qualität der Beziehung zu den eigenen Kindern. Oft wussten sie nicht, wie sie mit den Kindern umgehen sollten oder die Kinder hatten bereits den Kontakt abgebrochen.


Waren die Männer selbstbewusst und zufrieden mit sich?

Nach Außen hin waren es selbstbewusste Männer. Doch innen waren es – seelisch gesprochen – meist wie kleine Jungs, die nie ihren Schmerz aufgearbeitet haben, welchen sie in ihrem Leben erlebten. Viele hatten selbst nie eine gute Beziehung zu ihren Eltern und litten bis heute darunter.

»Little Boys in old bodys.«


Ich hatte oft den Eindruck, dass das ganze Streben nach Ruhm, Macht und Erfolg eigentlich ein Ausdruck, bzw. die Hoffnung war, dann endlich die Liebe und Anerkennung der Eltern zu erhalten. Doch das Erhoffe ist natürlich nie eingetreten und so rannten viele etwas hinterher, was sie nie erreichen können. Indem sie sich mit Drogen, der Arbeit oder mit mir als Prostituierten ablenkten, erkannten sie auch nicht, was sie eigentlich antrieb.


Was bräuchten die Männer deiner Meinung nach, um wirklich glücklich zu werden?

Sie müssten sich mit sich selbst beschäftigen, ihre seelischen Wunden aufarbeiten und erkennen, dass Ruhm, Geld und Macht sie nicht zufrieden stellen werden. Und sie müssten ihrer Passion und Intuition folgen:

Die meisten erzählte mir, was sie früher gerne gemacht hatten. Beispielsweise Malen oder Musizieren. Das waren die seltenen Momente, in welchen ihre Augen strahlten. Es schien so, dass ihre Seelen traurig waren, dass sie nicht ihrer Passion gefolgt sind.


Siehst du die Männer demnach als Opfer an?

Teilweise ja. Wie auch die Prostituierten. Im Nachhinein habe ich erkannt, dass beide auf ihre Art leiden und versuchen dem Schmerz in ihrem Leben zu entkommen. Die Prostituierten waren – meist schon als Kinder – Opfer von sexuellem oder psychischem Missbrauch und versuchten unbewusst diese Schmerzen damit zu entkommen beziehungsweise ihn damit zu verarbeiten.

»Zwei gebrochene Seelen – die des Freiers und die der Prostituierten – treffen aufeinander und hoffen auf Heilung.«


Geld, Wertschätzung und Anerkennung ihres Aussehens war die Währung der Nutten. Die Freier bekamen im Gegenzug Momente der Freude und Leichtigkeit, sie wurden vermeintlich begehrt, fühlen sich verstanden und waren nicht alleine. Und bekamen natürlich auch Sex. So trafen zwei verletzte Seelen aufeinander, die sich beide unbewusst Heilung wünschten. Kurzfristig profitierten beide Seiten von der Begegnung. Doch langfristig haben beide wenig davon und gelangen immer tiefer in den Strudel. Beide kümmern sich damit nicht um die tieferliegenden Ursachen, sondern nur um die Symptome.


Was würdest du Frauen und Männern aufgrund deiner Erfahrung raten?

Männern würde ich raten, ihrer Passion zu folgen, ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und keine Sorge zu haben, eine Therapie zu machen. Und Frauen würde ich raten, sich für ihre Partner mehr zu interessieren, ihre Wertschätzung regelmäßig auszudrücken und sich wirklich Zeit für sie zu nehmen.


Ich hoffe, dass dir der Einblick in das Leben der Edel-Prostituierten Sunshine gefallen hat, hinterlasse gerne unten einen Kommentar oder teile diesen Artikel.

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