Der Partner oder die Partnerin hat die Beziehung beendet, völlig überraschend oder es hat sich schon angedeutet. Dann gehts mit den Gefühlen und der Lebenfreude meist den Bach runter, es tut weh und man weiß gar nicht, wie man aus dem Loch wieder rauskommen soll. In meiner Praxis begegne ich vielen Menschen, die mit dem Thema Trennung zu mir kommen. Oft stehen die Fragen im Raum: »Was soll ich jetzt machen? Wie geht es weiter? Warum ist das Ganze passiert? …«

Für alle, die gerade unter einer Trennung leiden, habe ich eine kurze Übersicht zusammengestellt, was in einer solchen Situation helfen kann. Das sind erste Impulse, denn für die Trennungsverarbeitung braucht es häufig mehr als das. Und viel Zeit. Jeder Mensch ist individuell und so gilt der eine Tipp für einen mehr, als für den anderen.

11 Ideen & Impulse, die bei der Trennungsverarbeitung helfen können

Trennungstipp 1: Alle Gefühle ausleben

Gefühle wie Trauer oder Wut wollen gelebt werden, erst dann verwandeln sie sich und nehmen mit der Zeit weniger Raum ein. Renne also nicht vor dem Schmerz, den Tränen und der Ohnmacht weg, sondern gibt deinen Gefühlen die Zeit zu leben, die sie brauchen. Alles andere verschiebt und verlängert nur die Trennungsphasen und den Schmerz.

Trennungstipp 2: Ablenkung suchen

Alle Gefühle und Emotionen auszudrücken und zu leben ist hilfreich und wichtig. Und gleichzeitig ist es gut, immer wieder Ablenkungen zu suchen und die Dinge zu unternehmen, die (zumindest ein wenig) Freude bereiten. Gut sind Dinge und Aktivitäten, die mit dem Ex-Partner nicht möglich waren, da dieser keine Lust darauf hatte, zum Beispiel einen Tanzkurs, bestimmte Kinofilme oder eine Reise nach Südostasien.

Trennungstipp 3: Sicherheit bekommen

Direkt nach einer Trennung ist es in der Regel erstmals unvorstellbar, je wieder aus dem Tal der Tränen zu kommen und zufrieden und glücklich zu werden. Vor allem, wenn es die erste Trennung ist, die man erlebt. Wie tief das Loch auch sein mag, jeder Mensch kommt da wieder heraus: 100-prozentig! Denke immer wieder daran.

Trennungstipp 4: Die Trennung annehmen und akzeptieren

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, die Trennung anzunehmen – je früher, desto einfacher. Das geht natürlich nicht mit einem Fingerschnipp, doch je öfters der Gedanke »es ist wie es ist und das versuche ich zu akzeptieren« aufkommt und Raum findet, desto hilfreicher! Vielleicht hilft auch der Gedanke, nicht den Liebespartner des Lebens verloren zu haben, sondern dass sich vielmehr herausgestellt hat, dass es nicht DER Liebespartner des Lebens ist. Denn wenn er es wirklich wäre, wäre er ja noch da. Die Enttäuschung und Trauer darüber ebenfalls ausleben.

Trennungstipp 5: Profesionelle Unterstützung aussuchen

Gespräch mit Freunde und der Familie sind wichtig und hilfreich. Manchmal ist es zudem sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Am besten einen Therapeuten mit dem Schwerpunkt Beziehungen und Trennungen. Sich diese Unterstützung zzu holen zeugt von Stärke, dass man sich und seinen Gefühlszustand ernst nimmt. Und in meinem Augen eben nicht von Schwäche, wie das (vor allem in Deutschland) häufig bewertet wird.

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> Telefonische Beratung (deutschlandweit)
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Trennungstipp 6: Den Körper bewegen

Bei der Verarbeitung von Gefühlen spielt der eigene Körper eine wichtige Rolle – die häufig unterschätzt wird! Emotionen sind im Körper abgespeichert, wie jeder kennt: »Einen Kloß im Hals haben«, »Einen Schlag in die Magengrube abbekommen« oder »Ein Stich ins Herz«. Daher ist es wichtig in Bewegung zu kommen. Ob Spazierengehen, mit einem Holzstück gegen Bäume boxen, einfach laut zu schreien, zuhause die Boxen aufzudrehen und wild durch die Wohnung zu hüpfen und tanzen. Dabei einfach den eigenen Körperimpulsen zu folgen – der Körper weiß das besser, als der Kopf :-)

Trennungstipp 7: Trennungstagebuch und Briefe schreiben

Die eigenen Gedanken und Gefühle und all das, was dich beschäftigt in Briefen oder einem Trennungstagebuch aus. Und schreibe den Text so, als ob du diesen direkt an deinen Ex-Partner richtest – ohne die Briefe abzuschicken!


Trennungstipp 8: Verabschiedung

Nach gewisser Zeit ist es gut, sich innerlich zu verabschieden: Und zwar von dem Bild, dass es (irgendwann) mit diesem Partner weitergeht! Es ist jedoch kein Abschied von dem, was du bekommen und gegeben hast, denn das kann dir keiner mehr nehmen. Doch die Liebe, die du gegeben hast, kannst du zurücknehmen und ggf. jemand anderem geben.

Trennungstipp 9: Dankbarkeit

Sei dankbar für die schönen Momente in der Partnerschaft, für die Dinge, die du erhalten hast und für die Liebe, die du geben durftest. Dankbarkeit ist das Einzige, was einen nicht an den Partner bindet. Dass Gefühl der Dankbarkeit muss dabei nicht nach 2 Wochen spürbar sein, manchmal kommt das auch erst nach Monaten oder Jahren.

Trennungstipp 10: In Selbstverantwortung kommen

Der Selbstwert rauscht nach einer Trennung sofort in den Keller und Selbstzweifel und Vorwürfe sind nicht weit. Warum auch immer sich die Partnerin oder der Partner getrennt hat, es gehören immer zwei dazu – auch der Ex-Partner. Man kann die ganze Schuld auf sich laden und sich schlecht fühlen. Oder den Teil beim Ex-Partner lassen, den er zu verantworten hat. Das Gute ist, über diese Entscheidung hat man die volle Macht. Und man kann ebenso entscheiden, wie lange man in der Opferrolle (»Ich armer Tropf wurde verlassen und bin nicht liebenswert«) verbleiben will oder wieder in seine Selbstverantwortung für sein eigenes Leben kommen möchte. Denn der andere ist nicht verantwortlich dafür, wie es einem selbst geht – auch wenn es sich schnell so anfühlt.

Trennungstipp 11: Sinn erkennen

Stelle dir die Frage, was die Trennung für einen Sinn haben könnte oder anders ausgedrückt: „Was möchte Dir das Leben damit zeigen oder was sollst du damit lernen?“ Einen Sinn darin zu finden, ist ein wichtiger Schritt der Verarbeitung und des Loslassens. Vielleicht erinnerst du dich an eine alte Beziehung und erkennst jetzt im Nachhinein, was nach der Trennung alles Gutes daraus entstanden ist und wofür es einen Sinn hatte.

Literaturempfehlungen

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3 Kommentare von anderen Leserinnen und Lesern

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  1. july
  2. Vee

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