In diesem dreiteiligen Artikel (Teil 1, Teil 2, Teil 3) stelle ich eine Leseprobe meines Buches Beziehungsleben vor. Es ist ein Ausschnitt aus Kapitel 4 mit dem Titel »Das ärgert mich, macht mich wütend oder traurig«. In dem Buch geht es um Selbstverantwortung und wie es uns gelingen kann, selbst für eine erfüllende Partnerschaft zu sorgen – ohne unseren Partner verändern zu müssen.

In dieser Leseprobe dreht sich alles um Gefühle, unter dem Aspekt der Selbstverantwortung. Das erwartet dich: Wie entstehen Gefühle in uns und wer trägt die Verantwortung dafür? Wie kann es uns gelingen, weniger negative Gefühle zu haben und diese schneller wieder gehen zu lassen? Und was können wir tun, um uns emotional weniger ausgeliefert zu fühlen, anderen Menschen gegenüber oder in bestimmten Situationen?

Die Leseprobe 1/3 des Beziehungsratgebers »Beziehungsleben«

Stell dir vor, du bist in einem Supermarkt, gehst zur Kasse und möchtest bezahlen. Drei Kassen sind geöffnet. Alle mit langer Schlange. Jetzt stellt sich natürlich die entscheidende Frage: Bei welcher wirst du dich anstellen? In der Schlange mit den wenigsten Menschen? Oder in der, in der die Kunden die wenigsten Artikel haben? Oder in der Schlange, bei der der Kassierer am kompetentesten aussieht? Du entscheidest dich für eine Schlange … Und, wie könnte es anders sein, du hast mal wieder eine der langsamsten erwischt. Denn genau jetzt muss der Kassierer wegen einer doppelt gescannten Dose Katzenfutter auf den Stornoschlüssel der Filialleitung warten. Eine solche Situation kennt wohl jeder von uns und auch die Reaktion: Man ärgert sich oder regt sich über den Kassierer auf.

Auch in anderen Lebensbereichen passieren Dinge, die uns frustrieren, über die wir uns aufregen, bei denen wir uns ungerecht behandelt oder nicht beachtet fühlen: Die Partnerin vergisst, das wichtige Medikament aus der Apotheke mitzubringen, der Arbeitskollege macht schon wieder krank oder die Nachbarn drehen abends die Musik erneut voll auf. Es ist normal und menschlich, dass wir auf bestimmte Situationen mit Wut, Trauer, Enttäuschung oder Frustration reagieren – mal schwächer, mal stärker ausgeprägt. Doch ist das zwangsläufig so, oder gibt es andere Reaktionsmöglichkeiten?

Wie die häufigste Reaktion auf Negatives ist

Selbstverantwortung wird im privaten Umfeld häufig nicht gelebt. Die leichtere und oft automatische Reaktion ist, »das Außen«, also andere Menschen oder externe Umstände dafür verantwortlich zu machen, was wir fühlen, wie es uns geht. Meist läuft es ja so: Wenn wir im Außen etwas erleben, das uns nicht gefällt (zum Beispiel der Partner, der etwas vergessen hat), reagieren wir darauf (beispielsweise sind wir verärgert). Wir schlussfolgern daraus automatisch: Das Außen ist die Ursache für mein Gefühl und meinen Gemütszustand. Wenn ich also das Außen verändere, geht es mir wieder gut. Das ist die übliche Reaktion – so lernen wir es und so macht es nahezu die ganze Welt. Im Folgenden ein ausführliches Beispiel zur Verdeutlichung des Zusammenspiels von Eigenverantwortung und Gefühlen:

Ein Beispiel mit Julia, Katharina, Armin und Torsten

Julia hat heute drei Verabredungen und sie kommt zu jeder zu spät. Die erste Verabredung ist mit Katharina, einer guten Freundin. Sie treffen sich zum Frühstück im neuen Café in der Stadt. Was passiert?

  • Der Auslöser: Julia kommt zehn Minuten zu spät ins Café (wieder einmal).
  • Das Gefühl von Katharina: Sie ist traurig.
  • Die Reaktion von Katharina: Sie zieht sich emotional in ihr Schneckenhaus zurück. Das gesamte Frühstück ist von ihrer Stimmung überschattet und so richtig taut sie an diesem Morgen nicht mehr auf.

Soweit ein kurzer Einblick in die erste Verabredung. Wie geht der Tag für Julia weiter? Mittags hat sie ein Business-Meeting mit Armin, ihrem Teamkollegen.

> weiter zu Teil 2 (wie es mit Julia und Armin weiter geht)

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