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Bindungsangst erklärt: Warum Menschen mit Bindungsängsten Nähe suchen

Du möchtest verstehen, warum Menschen Bindungsangst haben und was man dagegen machen kann? Dann bist du hier genau richtig! Die Medienwelt ist voll von Schlagwörtern wie Generation beziehungsunfähig und Bindungsängsten und auch Bücher über Bindungsangst stehen immer oben in den Verkaufszahlen. Können wir alle keine Nähe mehr ertragen – oder warum brauchen manche Menschen viel Freiraum, Freiheit oder Distanz?

In meiner Praxis begleite ich viele Menschen zu diesem Thema. Habe ich Bindungsangst oder Ist mein Partner beziehungsunfähig sind häufige Fragen. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Mit meinen Klienten machen wir uns auf die Suche nach Hinweisen und Antworten, nach möglichen Ursachen und Lösungswegen.

Wenn wir an Bindungsangst denken, haben wir sofort das Bild eines Menschen im Kopf, der sich nicht fallen lassen kann, der keine Nähe erträgt. Doch eigentlich sind diese Menschen auf der Suche nach gesunder Nähe.

Warum das so ist und häufig übersehen wird, erfährst du in diesem Beitrag zur Nähe-Distanz-Mechanik in Beziehungen und Partnerschaften. Zudem blicken wir darauf, warum und wie Bindungsängste zu Trennungen führen, denn häufig sind die Gründe von Trennungen in Bindungsphobikern zu finden.

Nähe und Distanz: Warum bindungsängstliche Menschen beides suchen

Paar Trennung

Eine gute Balance von Bindung und Autonomie ist ein Grundthema in jeder Beziehung. Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Vorlieben nach Verbundenheit und Nähe sowie Freiheit und Distanz. Manche Paare passen dabei wunderbar zusammen, bei anderen ist es eine Herausforderung und kann einem täglichen Kampf gleichen. Häufig finden sich diese Paare auch in einer Fernbeziehung wieder.

Häufig verhalten sich die Partner nach einigen Monaten nicht anders, doch das Erleben hat sich verändert. Was am Anfang vielleicht noch anziehend war – der freiheitsliebende beziehungsweise nähesuchende Partner – wird dann zur emotionalen Herausforderung.

Die Mechanik der Bindungsangst

Wie ist die Mechanik der Bindungsangst? In meiner Praxis begleite ich viele Menschen zu diesem Thema. Bindungsangst ist dabei keine psychische Erkrankung, kann jedoch Beziehungen unglaublich erschweren. Dabei zeigen sich bei betroffenen Menschen zwei Seiten, meist abhängig vom Verhalten des Partners:

Die eine Seite der Bindungsangst: Der Wunsch nach Autonomie

Je nach Grad der Bindungsangst zeigt sich die Aversion gegenüber zu viel Nähe oder Verpflichtungen früher oder später. Das Gefühl der Einengung führt unweigerlich zum Autonomiebestreben. Dahinter stehen meist Verletzungen in der Kindheit, wie keine verlässliche und liebevolle Nähe durch die Eltern (oder andere Hauptbezugspersonen), Grenzüberschreitungen oder der emotionale Missbrauch des Kindes als Partnerersatz.

Da sie diese Erfahrungen der verletzenden Nähe gemacht haben, bedeutet diese auch im Erwachsenenalter eine Bedrohung – außer sie haben sich damit intensiv befasst und die verletzten inneren Anteile geheilt. Sie schützen sich vor einer möglichen Wiederholung, indem sie die Nähe nur bedingt zulassen – das läuft meist automatisch und unbewusst ab.

Die andere Seite der Bindungsangst: Der Wunsch nach Nähe

Bei Bindungsangst denken wir im ersten Moment meist an Menschen, die keine Nähe ertragen und sich schwer in Partnerschaften fallen lassen können. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn die andere existiert ebenfalls, sie zeigt sich jedoch vor allem situativ bedingt. Immer dann, wenn Nähe keine konkrete Gefahr bedeutet, wie in der Kennenlernphase, wenn der (zukünftige) Partner noch keine deutlichen Bindungswunsch-Signale aussendet, er ihn im Unklaren über seine Zuneigung und Liebe lässt oder er mit einer Trennung droht.

In diesen Phasen bedeutet die Nähe keine Gefahr und der bindungsängstliche Mensch kann sich leichter öffnen. Dahinter steht ebenfalls die eigene Lebensgeschichte. Denn das Bedürfnis nach positiver, verlässlicher und nährender Nähe wurde ebenfalls nicht befriedigt, sodass diesbezüglich Defizite und damit eine tiefe Sehnsucht nach positiver Nähe bestehen.

Dieser Wechsel zwischen den beiden Seiten kann für den Partner und den Betroffenen selbst verwirrend sein. Selbstverständlich ist nicht jedes Autonomiebestreben eine Bindungsangst und muss zudem nicht jederzeit so deutlich ausgeprägt sein, wie hier beschrieben. Die Mechanik der Nähe-Distanz-Thematik lässt sich damit jedoch am leichtesten erklären.

Der Gegenspieler des bindungsängstlichen Typs: Der nähesuchende und klammernde

Es gibt selbstverständlich auch den Gegenspieler des bindungsängstlichen Menschen: Den nähesuchenden bis klammernden. Dieser hat in der stärksten Ausprägung Dauerverschmelzungsfantasien, er erhält seinen Wert und sucht seine Lebenszufriedenheit vor allem in der Beziehung. Er benötigt von seinem Partner viel Aufmerksamkeit und Liebe und kann schwer allein sein.

Schloss Liebe Ängste

Er wird panisch, wenn er die Nähe, Liebe und Sicherheit des Partners nicht mehr spüren kann und fordert – direkt oder indirekt – all das von seinem Partner ein. Auch hier liegt die Ursache für gewöhnlich in der Kindheit, in welcher der Bindungswunsch des Kindes nicht adäquat erwidert oder verletzt wurde. Dieses Defizit und diese Sehnsucht bringt dieser Mensch ebenfalls mit in die Beziehung.

Was in Partnerschaften häufig passiert ist, dass ein bindungsängstlicher Typ auf einen Menschen trifft, der viel Nähe benötigt. Meist hält sich die Ausprägung die Waage. Je extremer das Verhalten des einen ausgeprägt ist, desto deutlicher auch bei seinem Partner. Das gilt nicht in allen Fällen, doch erstaunlich häufig.

Trennung bei Bindungsangst: Warum diese häufig zum Beziehungsende führt

Du kannst dir vorstellen, dass diese Beziehungsdynamik zu vielen Konflikten führen kann. Wenn der bindungsängstliche Typ einen Schritt nach hinten macht, folgt der nähesuchende ihm sofort. Dieser fühlt sich dadurch noch mehr bedrängt, geht noch einen Schritt zurück und der nähesuchende Partner fängt an zu klammern. Ein Kreislauf beginnt. Somit bedingen sich beide wunderbar und beide leiden, jeder auf seine Weise. Eine Trennung ist dann häufig die Konsequenz. Der nähesuchende Partner hat dabei oft die Tendenz zu Verlustängsten: Im Verlustangst-Test kannst du es selbst herausfinden.

Betrachten wir dabei die zwei Möglichkeiten: Erstens, es trennt sich der Partner, dem die Nähe zu viel wurde und zweitens derjenige, der sich mehr Nähe wünscht.

Trennungsgrund bei Bindungsängsten: Zu viel Nähe

Wenn sich der bindungsängstliche Typ in seiner Autonomie beschnitten fühlt, wird er immer mehr um seine Freiräume kämpfen. Wenn das Gefühl der Enge und des Eingeschränktseins für ihn zu groß und einschneidend wird, trennt er sich. Das kann unabhängig davon passieren, ob der Partner tatsächlich klammert oder nur nach einer gesunden Nähe in der Beziehung sucht.

Trennungsgrund bei Bindungsängsten: Zu wenig Nähe

Wenn einem der Partner die Verbundenheit, Verbindlichkeit oder Nähe, ob emotional, zeitlich oder kommunikativ, nicht ausreicht, kann dies ebenfalls zur Trennung führen. Es gibt also häufig Bindungsphobiker, die sich trennen. Häufig versuchen sie lange mit dem Partner eine Lösung zu finden, doch sobald keine Hoffnung auf Veränderung besteht, trennen sie sich schweren Herzens. Denn sie wünschen sich Nähe mit diesem Menschen – bekommen sie aber nicht in dem Maße, wie sie es brauchen.

Kennst du meinen Online-Test zu Bindungsangst? In diesem kannst selber herausfinden, ob du eine Tendenz zu Bindungsängsten hast. Soweit meine Gedanken zum Thema Nähe und Distanz bei Bindungsangst. Erlebst du es ähnlich? Ich freue mich über deinen Kommentar oder deine Frage.

Wieland Stolzenburg

Wieland Stolzenburg ist Beziehungspsychologe und Bestseller-Autor aus München. Er unterstützt Menschen dabei, erfüllende Beziehungen zu führen, Bindungs- und Verlustängste zu überwinden und Trennungen zu verarbeiten. Wieland ist häufiger Interview-Gast in ARD, ZDF, Stern oder FOCUS Online. > Mehr über Wieland

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Karin

    Guten Tag wer immer das auch liest und evtl. einen Kommentar dazu abgibt.

    Seit einigen Wochen hat der Mann, mit dem ich mehr als zwei Jahre eine Verbindung eingegangen bin, den Kontakt abgebrochen. Ich bin sehr traurig, und enttäuscht, dass er das so radikal gemacht hat mit dem Satz MELDE DICH EINFACH NIE WIEDER BEI MIR!!!
    Es besteht ein grroßer Alltersunterschied, der von Anfang an bekannt war (also ich bin biologisch ca. 10 Jahre und kalendarisch 26 Jahre älter). Erst hat es meinen Freund nicht gestört aber mit der Zeit hat er das immer wieder erwähnt und hat die Verbindung mit mir total verheimlicht und immer wieder gesagt, dass er nur eine Freundschaft plus mit mir möchte. Das war oft sehr verletzend und als er dann bei einem Besuch sein Herz und seine Seele bei mir ausgeweint hat und danach den Besuch bei mir verleugnet hat, habe ich ihm gesagt, dass mich das kränkt und solange er den Kontakt zu mir absolut verleugnet möchte ich nur eine reine Freundschaft mit ihm pflegen. Er hat total verletzt darauf reagiert und zeigt mir auf diese Weise, wenn ich das zu seinen Bedingungen nicht möchte, dann möchte er nichts mehr von mir wissen also ohne Plus will er auch keine Freundschaft.
    Ich fühle mich so als ob ich eine Trophäe für ihn war, die er unbedingt erobern wollte, was seinen Selbstwert gestärkt hat und als er mir dann immer wieder gesagt hat, dass das nur heimlich sein muss wegen meinem Alter ist mein Selbstwert immer weiter runter. Er hat mir auch oft gesagt, „wenn die nach Sex zumute ist, dann melde dich“! Mir war nicht einfach nach Sex sondern nach Zuwendung zumute und dass da jemand für mich da ist, den ich auch gerne habe. Ich bin wütend und enttäuscht und habe trotzdem noch Gefühle für diesen Mann für den ich viel Empathie entwickelt habe.
    Ich weiß jetzt nicht, wer das lesen wird und bin schon neugierig, ob ich etwas dazu lesen werde.

  2. Bindungsangst

    Hallo, die Website gefällt mir richtig gut. Vor allem das Thema Bindungsangst erklärt: Warum Menschen mit Bindungsängsten Nähe suchen, finde ich wirklich großartig!
    Danke dafür und liebe Grüße.

  3. Thomas Spranger und Maria Beege

    Ein sehr kluger Artikel mit vielen wertvollen Hinweisen. Herzlichen Dank dafür, wir haben ihn mit großem Interesse gelesen. Bindungsängste können wirklich oft zur Trennung führen. Das Spiel von Nähe und Distanz ist nicht immer ganz einfach zu spielen. Wer das beherrscht – kann aber eine tolle Beziehung langfristig führen. Bei uns gelingt das recht gut. Wir lassen uns gegenseitig Freiräume und freuen uns dann wieder sehr auf einander, auf eine gemeinsame schöne Zeit mit vielen besonderen Momenten. Die verlieren wir nie aus dem Fokus. Das ist es, was die Gefühle und die Leidenschaft bei uns für einander erhält. Wir hatten aber – bevor wir uns auf unsere Beziehung einlassen konnten – auch Bindungsängste. Die rührten aus vorangegangenen Enttäuschungen aus früheren Partnerschaften.

    Aber unsere gegenseitige Anziehung für einander war sehr groß, so dass wir nicht so rasch aufgaben. Sobald zu viel Alltag einzieht, jeder nur noch für sich selber mit seinen Pflichten und Aufgaben beschäftigt ist, verlieren wir uns aus den Augen. Wir gehen uns manchmal auch sehr auf die Nerven, wenn wir nur noch aufeinander hängen. Dann wird es einfach Zeit, einander wieder einmal etwas loszulassen. Luft zum Durchatmen brauchen wir alle. Dann ertragen wir uns auch in schwierigen herausfordernden Situationen wieder viel besser.

    Auch wir sind nicht 24 Stunden lang ineinander verliebt, aber wir lieben uns und wissen, dass wir aufeinander zählen können. Das gegenseitige Vertrauen ist die Basis und das Fundament in unserer Partnerschaft. Und das erfüllt uns mit großem Glück: Einen Menschen gefunden zu haben, zu dem wir uns sehr hingezogen fühlen und mit dem jeder von uns durch dick und dünn gehen kann.

    Ja, die Achtsamkeit ist ein Zauberwort für die Qualität in der Beziehung. Zu spüren, wie es dem anderen geht, was er braucht, welche Bedürfnisse er hat. Und dann darauf eingehen, ihm signalisieren „Ich bin da für dich“. Oft ist das nicht so leicht umsetzbar im Alltag. Zu vieles strömt auf uns ein. Das Handy läutet, die Hausarbeit ist zu erledigen, ein Termin steht an etc. Alles nicht so leicht unter einen Hut zu bekommen.

    Trotz allem verlieben wir uns jeden Tag neu in einander. Unser Zusammengehörigkeitsgefühl ist riesengroß und wir wollen unsere Zukunft gemeinsam bestreiten.

  4. Claudia B Hein

    Guten Tag und herzlichen Dank fuer die ausserordentlich hilfreichen Beitraege !
    Es tut der Seele gut, wenn wieder eine Nachricht von Ihnen kommt !
    Mein Bindungs-vermeidender Partner hat mich betrogen und ich habe ihn sofort verlassen. Eric wurde mit 2 Jahren bei seinen Grosseltern abgegeben, die Eltern kamen oefter uebers Wochenende. Mit 12, nach der Scheidung seiner Eltern, wurde er „der Mann an Mama’s Seite“. Dasselbe wiederholte sich mit seiner Tochter, sie ist 27 und seit 13 Jahren seine „Ersatzfrau“. Sie ist die einzige Person, die er als ihm sehr nahestehend bezeichnet.
    Ich persoenlich stufe mich als beziehungsfaehig ein. Glaubte, meine Kindheit mit Missbrauch und Misshandlungen im Griff zu haben. Die Beziehung zu Eric hat die alten Daemonen auferstehen lassen.
    Meine Frage : in allen Beziehungs-Tests muss man immer von der gegebenen Situation ausgehen, mit all ihren Verstrickungen. Wie nann man herausfinden, wie die eigene Persoenlichkeit ohne diese „Trigger“ wirklich ist ? Bin ich im Prinzip sicher gebunden, oder bin ich ebenfalls aengstlich / vermeidend / ambivalent ? Gibt es dazu einen Test, der von der gegenwaertigen Verstrickung abstrahiert ?
    Mit lieben Gruessen aus der franzoesischen Schweiz
    Claudia B. Hein

    1. Hallo Claudia, vielen Dank für deinen netten Kommentar und dein Feedback :) Ich habe leider keinen entsprechenden Test und kenne auch keinen. Ein solcher Test kann auch immer nur einen Anhaltspunkt geben und ist keine Diagnose. Es ist auf jeden Fall eine super spannende Frage „Wie kann man herausfinden, wie die eigene Persönlichkeit ohne diese „Trigger“ wirklich ist?„, die du stellst. Ich denke jeder Mensch ist sein ganzes Leben lang herausgefordert, dieser Antwort immer näher zu kommen und das authentische Ich zu leben. Vielleicht passt eine Beratung/Therapie, um eine Antwort darauf zu finden. In meinem Buch Beziehungsleben geht es auch ein wenig um diese Frage plus Übungen. Du kannst dir ja mal die Buchbeschreibung oder Bewertungen auf Amazon anschauen, vielleicht spricht dich es an. Auch kann ich dir das Seminar „Heldenreise“ empfehlen.
      Ich hoffe, das hilft dir weiter!?
      Liebe Grüße in die französische Schweiz, Wieland

  5. Geraldine Pilz

    Ich habe Ihren Test mit 23 von 80 Punkten absolviert und habe keine Bindungsangst. Nun ist ein Test ein Test.
    Ich bin 60 Jahre alt und musste bereits als kleines Mädchen ( ab 5 1/2 ) Verantwortung übernehmen und stark sein( Mutter behindert, Erstgeborene ). Später habe ich meine Söhne allein groß gezogen und habe mich auf den Job und die Kinder konzentriert.

    Ich glaube ich bin nun im Alter autonom. Ich suche Beziehungen zu intelligenten Menschen, die in der Nähe wohnen. Ich brauche Vertrauen und zuverlässige emotionale Kontakte, Gespräche – aber auch meine Ruhe ( wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht, wenn ich mich – ein typisches Frauenverhalten- nicht schön genug fühle ).

    Partnerschaften zu Männern zwischen 60 – 70 scheitern immer daran, dass ich zu stark bin (das war ja mein Lebensthema ) aber auch nicht gut genug ( ich bekomme keine Witwenrente ), engagiere mich zu sehr ( in Bürgerinitiativen ..)

    Bindungsängste von Menschen sind eine Seite. Was ich persönlich als schlimmer erachte, ist die permanente Suche nach dem Maximum. Ich bin Vertrieblerin und nenne es immer karierte Maiglöckchen.

    Sehr gut kann ich mich an meine Großeltern erinnern. Meine Großmutter ( die Regierung ) hat sich um die Frauenthemen gekümmert, mein Großvater um die Männerarbeiten. Sie haben sich akzeptiert und waren füreinander da.

    Dies ist in der modernen Gesellschaft verloren gegangen. Demut gibt es nicht. Der Preis für das permanente noch-mehr wollen und das sich nicht mehr aufeinander einlassen können ist Einsamkeit.

    Gerade im letzten Lebensabschnitt, der zunehmend von Defiziten geprägt sein wird, sollten Menschen füreinander da sein, sich gegenseitig unterstützen mit Nähe und Distanz.

    Geraldine Pilz

    1. Liebe Geraldine, vielen Dank für deine Rückmeldung zum Bindungsangst-Test und deinen Gedanken. Ja, das „mehr-wollen“ ist leider sehr präsent, wie du schon sagst, in jedem Lebensbereich. Da könnten sich die jüngeren Generationen ein paar Scheiben von den älteren abschneiden…
      Viele Grüße Wieland